Baba, Auto!

Politik | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Danke der Nachfrage, uns fehlt eigentlich gar nichts. Im Gegenteil: Autofreiheit macht das Leben schöner

Polemik: Sibylle Hamann

Mit dem Autofahren ist es ein bisschen so wie mit dem Rauchen. Wenn man's regelmäßig tut, hat man das Gefühl, es ginge gar nicht anders. Der erste Kaffee am Morgen; das In-die-Luft-Starren danach; die kurze Pause, während der Computer hochfährt; der Erschöpfungsmoment nach einem mühsamen Telefonat - wenn ein Raucher versucht, sich all das in der Nichtrauchervariante vorzustellen, dann erscheint ihm das Nichtraucherleben als unendliche Abfolge von Verzichtsmomenten, von Sehnsucht und Qual.

Was den Nichtraucher mit der Nichtautofahrerin verbindet: Beide werden ex negativo definiert, so als sei das, was ihnen fehlt, wesensbestimmend. Rücken wir diesen Grundirrtum gleich einmal zurecht: Danke der Nachfrage, aber uns fehlt eigentlich gar nichts. Denn das Auto erzeugt, entgegen einem weitverbreiteten Irrtum, nicht Freiheit, sondern Zwang. Und Autofreiheit schränkt


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