Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Aufgebrezelte Hühner in Friseusenminis ("Beverly Hills 90210"), altkluge Teenager mit Sexproblemen ("Dawsons Creek") und traurige Außenseiter in der kalifornischen High Society ("OC California"): Die Helden der früheren Teenieserien hatten ihren Charme. Sie waren vielleicht platt und peinlich - ich sage nur Dylan, der James-Dean-Verschnitt aus "90210" -, aber auch irgendwie menschlich. Die Heroen der neuen Jungmenschen-Serien kommen ganz anders daher. Schicke, glatte Oberflächen, die sich mit Erwachsenenintrigen und Markenzitaten beschäftigen. Wie in "Gossip Girl" (Pro7, Sa 16 Uhr), wo eine Rich-Kids-Clique aus Manhattan porträtiert wird. Oder in der Neuauflage von "Beverly Hills 90210" (Pro7, Sa 17 Uhr), das stromlinienförmige Leute zeigt. Ödes Fernsehen für neoliberale Teenies - oder spricht da nur das Alter aus mir? Egal, die neuen Identifikationsfiguren haben ja auch etwas Altes an sich: Sie erinnern in ihrer kühlen Gesichtslosigkeit sehr an Bret Easton Ellis' "American Psycho", ein Stoff aus den tiefen 90ern.


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