Das Musiktheaterprogramm der Festwochen: drittklassige Routine

Feuilleton | Carsten Fastner | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Wären die Wiener Festwochen ein Fußballverein, und wäre ihr Musikdirektor Stéphane Lissner ein Trainer, dann hätten die Fans des FC Festwochen spätestens jetzt Grund zum Jubel: Lissner wäre gefeuert.

Seit 2005 verantwortet der Franzose das Musiktheaterprogramm des Festivals. Keine Fußballmannschaft der Welt hätte sich seine Art der Amtsführung, kein Vereinsvorstand die Ergebnisse seiner Arbeit so lange gefallen lassen. Vom Publikum ganz zu schweigen.

Schon bei Lissners Bestellung, 2003 waren Zweifel an dessen Eignung aufgekommen, und in der Folge tat der Musikdirektor alles, um die Kritik zu bestätigen. Zum einen durch seine Ämteranhäufung, anfangs noch als Leiter des Théâtre du Châtelet und des Festival d'Aix-en-Provence, mittlerweile als Direktor des Théâtre des Bouffes du Nord und, vor allem, der krisengebeutelten Mailänder Scala.

Da bleibt dem Multimanager ganz offensichtlich kaum Zeit für Wien. Im Kulturleben der Stadt ist er - sehr im Unterschied zu seinen Vorgängern


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