Japaner in langen Hosen

Feuilleton | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Zwei Museen erinnern an die ersten Kontakte zwischen Österreich und Japan

Ausstellungsbesuche: Nicole Scheyerer

Nicht weniger als 52.000 Nadelstiche" waren für das Kunstwerk notwendig, das Erzherzog Franz Ferdinand 1893 in Japan erstand. Der Thronfolger hatte sich in "schmerzvoller Procedur" einen Drachen auf den Arm tätowieren lassen.

Wiewohl im Bürgertum des 19. Jahrhunderts verfemt, waren Tattoos beim damaligen Hochadel keine Seltenheit. In seinen Reisememoiren nennt der polyglotte Habsburger die neue Körperverzierung dann aber doch einen "Scherz, den ich wahrscheinlich seiner unvertilgbaren Spuren wegen noch bereuen werde".

Unter den Exponaten der Ausstellung "Made in Japan" im Museum für Völkerkunde findet sich auch die Rechnung für diesen "Scherz". Anlass der Schau und der kleineren Präsentation "Meiji. Japan um 1900" im Mak ist die erste offizielle Kontaktaufnahme des österreichischen Kaiserhauses zu Japan vor 140 Jahren.

"Österreich-Ungarn war ein Nachzügler", erklärt die


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