Tanzendes Plastiksackerl und verspielte Avantgarde

Feuilleton | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Die Initiative VISIONary versammelt Arbeiten des avancierten heimischen Films und schickt sie auf Bundesländerreise

Sichtbericht: Joachim Schätz

Manchmal braucht es nur ein Plastiksackerl, um die Welt in den Blick zu bekommen: Tim Sharps "The Green Bag", gefilmt von der Dachterrasse eines Hotels in Gondar, Äthiopien, registriert die Bewegungen eines solchen, das von Windböen und Passantenbeinen über einen Platz getrieben wird. Binnen sieben Minuten Laufzeit erreicht dieser aleatorische Tanz nicht nur beträchtliche Komik, sondern auch verblüffende Vielschichtigkeit im dokumentarischen Zusammenspiel von Bild, Ton und Welt: Hinter der Kamera wird kurz hörbar darüber spekuliert, wen der Filmemacher da eigentlich beobachtet; hinter einer Wellblechtür lugt eine Frau hervor, als würde sie sich dem Kamerablick nicht aussetzen wollen. "Documentary happens", proklamiert der Untertitel des Videos extratrocken.

Dass dokumentarisches und experimentelles Kino in Österreich passiert, und zwar


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