Eine Stadt, zwei Häuser

Stadtleben | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Seit 90 Jahren baut Wien Gemeindebauten. Zu Besuch im ersten und im letzten der Stadt

Reportage: Joseph Gepp

Das Grätzel, in dem die Vision begann, schaut heute aus, wie sich die Visionäre das damals ausmalten. Am Gürtel zwischen Matzleinsdorfer Platz und Wienfluss hat sich das Rote Wien der 20er-Jahre in Reinform verwirklicht. Burgähnliche Gemeindebauten stehen hier, karge Erker, hagere Arbeiterstatuen, Aufschriften wie "Bibliothek" oder "Waschküche" in alten roten Lettern. Der neue Mensch im neuen Wohnraum, den schimmlig-feuchten Zinshaushöllen der schlechten alten Tage entronnen.

Der neue Mensch ist alt geworden, er sitzt beim "Walter", dem Grätzelwirten, und stellt sich den Herausforderungen neuer Zeiten. Friedrich Suphan, 87, ältester Bewohner des ältesten Gemeindebaus der Stadt, dem Metzleinstaler Hof. Baubeginn war 1916, als Franz Joseph starb, an der Fassade lassen ornamentierte Zierleisten noch die Monarchie klingen. Fertigstellung 1925, eine neue Ära hatte begonnen.

Der


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