Szenen einer Scheidung

Steiermark | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Knapp eineinhalb Jahre nach der Wahl steht der Grazer Bürgermeister ziemlich alleine da

Analyse: Donja Noormofidi, Gerlinde Pölsler

Sonja Grabner will um keinen Preis auffallen: Dezent geschminkt, mit schwarzem Kostüm und Halstuch, sitzt sie vor der Regierungsbank. Dabei geht es am Beginn der Gemeinderatssitzung gerade um sie, wird sie doch als neue ÖVP-Stadträtin angelobt. Trotzdem spricht sie kein Wort, versucht, Interviews aus dem Weg zu gehen, und verzieht auch dann keine Miene, als BZÖ-Gemeinderat Gerald Grosz sie vom Rednerpult herab als "Mäuslein" bezeichnet.

Unverständnis herrscht auch in der eigenen Partei: Bürgermeister Siegfried Nagl hat Sonja Grabner im Alleingang zur Schul- und Wirtschaftsstadträtin erkoren. Eine Neueinsteigerin, die als politische Erfahrung ihre Zeit als Schulsprecherin angibt und der man erst einen Wohnsitz in Graz verschaffen musste, weil sie bisher in Bruck an der Mur gelebt hat. Seit ihrer Vorstellung hat die Marketingfrau statt politischer Pläne


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