Phettbergs Predigtdienst

Lasst einen Tunnel im Weltall uns bauen!

Kolumnen | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Sie beobachten hier eine einzigartige Sensation, Duhsub! Seit dem Jahre 1991 können Sie einen Predigtdienstler beim Schreiben beobachten. Kein Wort wurde ausgelassen; im Freiluftgehege können Sie ein Tier der Marke "Mensch" beobachten, wie es zeit seines Lebens an nichts glauben kann. Alle Wegmarken sind ersichtlich: Seit 28.4.2000 hat es einen Computer mit einer Website, die in der Schweiz sogar ein Archiv hätte. Hier geht alles mit rechten Dingen zu! Das Sensationelle der Sehnsucht dieses Tieres ist, dass es zeit seines Lebens nie ein zweites fand, es war immer zu unattraktiv für alle: Zuerst war es sensationell bladgefressen, nun ist es dermaßen körperbehindert, dass alle anderen Tiere vor ihm davonlaufen. Sie können jetzt und hier beobachten, wie es an seinen Käfigtüren scharrt.

Da die Mama mit ihm als Vierjährigem schon den Rosenkranz beten ging, erinnert es sich am innigsten an die r.-k. Glaubensbohrung. Es weint ohne Ende, da es nicht und nicht einsehen kann, dass es keine Gottheit gibt (noch geben will). Die Sehnsucht nach einer Gottheit ist auch die Analyse der Ich-Existenz. Wenn einer lebt, leben alle ein bisschen mit - und dann geht es in den Bogen der Ewigkeit via http. Arbeitet, Duhsubys, daran. Macht Dampf. Es täte not.

Letzten Endes werden die Kybernetys nicht ruhen, bis alles, was je gelebt hat, sich wiederfindet zu einem ewigen Leben. Und ewig bedeutet, auch rechtzeitig den Planeten zu wechseln. Und da werden wir mit Laserstrahlen einen Tunnel im Weltall uns bauen und in Sekundenschnelle dann "ident" und "hyper" protokolliert. So wie jetzt: Ich und wir alle wollen gerne Standby-Geräte, obwohl das ein Vermögen an Elektrizität kostet. Doch wäre es eine zu angenehme Erfindung, stand-by zu leben. Und als Zeichen, wie wir Lebewesen uns liebhaben, wär es ein Irrtum, strenge Askese zu lehren, sondern die Lehre der Lebewesen sei Großzügigkeit!

Beobachten Sie den Lindenbaum: Wie groß die Bäume sind und wie viele Regenerationen, also Blüten sie treiben: So schöpft das Schöpfy. Und das "Standby" wär eine erste Probe der Menschheit zum ewigen Liebsein. Ich weiß, es ist höllisch gefährlich, was ich da schreib. Ich hör eh wieder damit auf. Doch ich will ewig leben. Ich bin zu lebensgierig, Duhsub!

Die ungekürzte Version des Predigtdienstes ist über www.falter.at zu abonnieren.

Unter www.phettberg.at ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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