Kritik

Abschiedsständchen im Burgtheater

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Eine leckere musikalische Abschiedsrevue hat Franz Wittenbrink dem scheidenden Direktor kredenzt. Das Publikum ist hocherfreut und klatscht nach jeder Nummer, dabei ganz unterschiedlich und dem persönlichen Geschmack entsprechend. Das ist denn auch der einzige Wermutstropfen in diesem abwechslungsreich zusammengewürfelten musikalischen Treiben: Es ist etwas verwässert in seiner großen Geschmacksvielfalt. "So leben wir und nehmen immer Abschied" bietet zudem Raum für das Gesangs- und Tanztalent einiger Burg-Schauspielstars. Die Bühne ist als Wartehalle auf einem Flughafen gestaltet, wobei weniger der Eindruck eines Transitraums als vielmehr der einer Endstation entsteht. Ein paar Gestrandete sind: die naive Weltenbummlerin (Julia Hartmann), Mutter und Muttersöhnchen (Kirsten Dene und Markus Meyer), ein untreuer Geschäftsmann (Juergen Maurer) oder der langhaarige, coole Aussteiger (Johannes Krisch). Einige der höchst genussvoll dargebrachten Gesangsnummern gelingen großartig und mit Gänsehauteffekt: etwa wenn Kirsten Dene und Bernd Birkhan (als derangierter Pilot) Moon of Alabama singen. Erfreulich ist zudem, dass zwei Nummern der genialen Berliner Salon-Musik-Kabarettisten Pigor & Eichhorn auf die Burg-Bühne gefunden haben. Auf jeden Fall gibt der Abend keinen Anlass zur Traurigkeit.

Burgtheater, Sa 19.30


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