Vorträge Tipp

Oswalt Kolle und die sexuelle Revolution

Lexikon | Bernhard Kern | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Wer kennt sie nicht, die Sexfilmchen von Oswalt Kolle? Mit Titeln wie "Deine Frau, das unbekannte Wesen" (1969) oder "Was ist eigentlich Pornografie?" (1971) trugen seine semidokumentarischen Streifen zur Verbildlichung der aufkommenden Sexwelle bei. Die offene Darstellung von Sexualpraktiken lief unter dem Deckmantel "Aufklärungsfilm" und ließ die Kinokassen klingeln. Sein voyeuristischer Blick hinter Deutschlands Schlafzimmertüren sorgte in den prüden 1970ern für heftige Kontroversen, trug aber sicherlich zu einem entspannteren Umgang mit Sexualität bei. Er plädierte für mehr Gelassenheit und eine Befreiung der körperlichen Liebe von Zwängen, und das lange vor der medialen Ausschlachtung sexualisierter Bilder und Werbebotschaften.

Der heute 80-Jährige lebt in Amsterdam und ist weiterhin als Autor aktiv. Zuletzt erschien seine Autobiografie "Ich bin so frei - Mein Leben". Im Rahmen des Kunsthalle-Themenschwerpunkts "Sex & Crime" ist Oswalt Kolle nun in Wien. Passend zum Thema läuft noch bis Ende Mai die Ausstellung "The Porn Identity".

Kunsthalle im Museumsquartier, Do 20.00


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige