Buch der Stunde

Lexikon | Thomas Wolkinger | aus FALTER 18/09 vom 29.04.2009

Bang, you're dead." Geschichten, die so beginnen, nehmen keinen guten Verlauf. Das ist auch bei "100 Bullets" nicht anders, dem düsteren Crime-Epos, das der Autor Brian Azzarello und der argentinische Zeichner Eduardo Risso vor zehn Jahren gestartet und dieser Tage mit Ausgabe 100 zu einem verstörenden Ende gebracht haben. Dazwischen liegen 2200 Seiten gezeichneten Wahnsinns, angelegt als spätimperiale Niedergangsfiktion, die den Geist der Nullerjahre und der Bush-Administration atmosphärisch derart dunkel komprimiert, dass die Serie in den USA längst zum popkulturellen Kanon zählt.

"100 Bullets" beginnt mit einer simplen Versuchsanordnung. Ein "Agent Graves" übergibt Isabelle "Dizzy" Cordova, einer jungen Schwarzen aus dem Chicagoer Subproletariat, einen Aktenkoffer, der ihr alles Nötige in die Hand gibt, um Rache für den Tod ihrer Familie zu nehmen: ein Foto der Mörder - zwei korrupte Cops -, eine Pistole und 100 Schuss nichtrückverfolgbarer Munition. Aber Azzarello und Risso


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