Seinesgleichen geschieht

Die Krise, das Virus und wir: ein österreichischer Alltagsbefund

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

Man mag über die Krise sagen und denken, was man will, sie bietet Abwechslung. Nicht einmal das Schweinegrippenvirus vermochte ihr länger als ein paar Tage standzuhalten. Immerhin konnte man auch an der Ausbreitung und publizistischen Untermalung dieser Beinahe-Pandemie erkennen, dass Phänomene nie mehr so aussehen werden, wie sie einmal aussahen. Sie alle sind global geformt, sie alle sind medial mutiert. Wenn in Mexiko einer an Grippe stirbt, fröstelt es uns auch in Österreich, und zwar mehr über die lebenden Österreicher als über die toten Mexikaner.

Das offizielle Regierungsblatt Österreich ist längst schon mit dem Wahrheitsvirus infiziert, deswegen dem Gemeinwesen unentbehrlich, krisenimmun und unsterblich. Allerdings ist das Wahrheitsvirus zu einer Art ausgewachsen, die wenig mit der Wahrheit zu tun hat. Für umso unentbehrlicher hält sich Österreich. Über die Schweinegrippe wusste es zu berichten: "81 Tote: Horror-Virus im Anflug auf Österreich". Während man beim Blick

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