Hinter acht Monden

Politik | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

In der hübschen ostslowakischen Stadt Košice liegt ein Roma-Ghetto, wie es in solcher Reinform kein zweites in Europa gibt. Die Geschichte einer Verdrängung

Reportage: Joseph Gepp/Košice

Die erste Szene zeigt einen Polizeihund. Er kläfft in eine Ecke, wo sich verängstigte Kinder zusammendrängen. Die zweite Szene, dieselben Kinder. Sie ohrfeigen sich auf Befehl, mit aller Kraft, immer wieder. Die dritte Einstellung zeigt die Kinder im Stiegenhaus der Polizeistation. Auf Geheiß der Beamten ziehen sie sich nackt aus, dann zoomt die Kamera auf ihre Geschlechtsteile.

Es ist nicht Abu Ghraib oder Guantanamo, wo diese Aufnahmen entstanden, kein weit entferntes Krisengebiet. Es ist die ruhige Ostslowakei, früher einmal österreichische Monarchie, heute Europäische Union.

Der Film zeigt Polizisten, die Anfang März sechs Roma-Kinder misshandelten. Eine Handykamera lief mit, wie das bei sadistischen Exzessen oft der Fall ist. Als das Band vor einem Monat an die Tageszeitung Sme gelangte, sprachen


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