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Medien | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

Es musste passieren: Amazon verkauft nun digitale Musik

Prüfbericht: Thomas Vašek

Ich verehre Amazon. Seit Jahr und Tag trete ich einen nicht unbeträchtlichen Teil meines Gehalts an den Onlinebuchhändler ab. Unter anderem aus Bewunderung für die Geschäftsidee, den Service, die Nutzerfreundlichkeit, die Zuverlässigkeit, die stets pünktliche Lieferung, die geniale One-Klick-Technologie, das Empfehlungssystem.

Dass Amazon nicht bloß Bücher anbietet, sondern auch CDs, Elektronikgeräte, Kameras, Babyspielzeug und Staubsauger, habe ich bislang ignoriert. Doch ich ahnte, was kommen könnte, ja irgendwann kommen müsste - MP3-Songs zum Download auf Amazon. Nun ist es tatsächlich passiert: noch dazu verdammt günstig, ohne Kopierschutz, auf jeder Hardware abspielbar, von Musikhandy bis iPod.

77 Cent pro Titel, ganze Alben ab 4,89 Euro. Nach eigenem Bekunden hat der Onlinehändler schon über 5,5 Millionen Titel im Angebot (iTunes im Vergleich über zehn Millionen). "Unser Ziel ist es, sämtliche Titel verfügbar zu machen, die digital erhältlich sind", sagt die Unternehmenssprecherin. Eine starke, aber nicht unrealistische Ansage. Noch ist das Angebot im Vergleich zu iTunes etwas unübersichtlich. Doch das dürfte sich bald ändern. Vielleicht wird man dann auch kombinierte Empfehlungen bekommen - die passende Musik zum Buch oder umgekehrt.

Ein befremdlicher Gedanke. Aber vielleicht auch so eine typische Amazon-Idee, um mir noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.

Thomas Vašek ist Chefredakteur des PM-Magazins und rezensiert für den Falter jede Woche Mediengadgets


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