Kannst du Visa?

Feuilleton | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

In der NS-Zeit prägten deutsche und österreichische Exilanten das britische Kino

Vorschau: Michael Omasta

Die täglichen Briefe und Telegramme aus Deutschland. Fast alle beginnen mit den Worten, Kannst du'. Kannst du Geld? Kannst du Visa? Kannst du Ausreise? Kannst du Einreise? Kannst du bürgen? Kannst du helfen?

Elisabeth Bergner, umjubelter Star der deutschen Bühne und des Films, kommt Ende 1932 mit ihrem Mann, dem Regisseur Paul Czinner, nach London. Was zunächst nach einem kurzfristigen Engagement aussieht, erweist sich bereits einige Wochen später als erste Station eines langjährigen Exils.

Nur die wenigsten der 1933 aus Deutschland, 1938/39 auch aus Österreich und dem Rest Europas als unerwünscht Vertriebenen haben so viel Glück im Unglück. Bergner kann in London ihre Karriere fortsetzen - und kann, wie sie in ihrer Autobiografie schreibt, Visa, helfen, bürgen. England agierte punkto Aufenthaltsgenehmigungen durchaus selektiv, bis 1938 fanden nur rund 4500 Flüchtlinge vom


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