Eisblumen für das Ungeheuer aus Frankfurt

Feuilleton | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

Vorerst nur als Hörbuch: das tragikomische Match zwischen Thomas Bernhard und seinem Verleger Siegfried Unseld

Abhörprotokoll: Anja Hirsch

Dass ein Hörbuch schneller erscheint als das bedruckte Papier, ist ungewöhnlich. Die Beziehung zwischen Thomas Bernhard und dem Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld war aber zeitweise so kompliziert, dass der Suhrkamp-Verlag die Edition immer wieder aufschob, um große Lücken im Briefwechsel der kaufmännischen Charismatiker mit Tagebuchaufzeichnungen Unselds aufzufüllen.

Das dauert voraussichtlich noch bis August. Der Hörverlag hat dagegen längst eine abgespeckte Version erstellt, in der die spitze Feder Bernhards und die beschwichtigende Unselds schon mal mit Macht übers Papier ans Ohr kratzen: Gert Voss, eben der aus Bernhards "Ritter, Dene, Voss", seufzt und ächzt mit fleischgewordener Leidenschaft als Unseld unter den Launen des Autors, dass man ihm geradezu beistehen möchte. Und noch ein Burgschauspieler, nämlich Peter Simonischek, kontert


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