Mitgefühl mit reuelosen Mördern

Feuilleton | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

Der junge ungarische Regisseur Kornél Mundruczó zeigt bei den Festwochen sein "Frankenstein-Projekt"

Vorbericht: Bettina Hagen/Budapest

Der junge Budapester Regisseur Kornél Munduczó hat gemeinsam mit Yvette Bíró ein Stück über Armut, Selbstbestimmung, Vernachlässigung, Verantwortung und Rache geschrieben. Auch wenn Mary Shelleys "Frankenstein" als Ausgangspunkt dient, reichen die Allmachtsgelüste eines einzelnen Wissenschaftlers nicht mehr aus, um ein Monster zu erschaffen; vielmehr ist hier eine ganze Gesellschaftsschicht involviert.

"Die Menschen aus den osteuropäischen Ländern stehen näher am Abgrund als jene des Westens", sagt Mundruczó im Gespräch mit dem Falter. Obwohl die Geschichte eine universelle sei, gebe es in Ungarn eine "Tiefe der Armut", von der wir im Westen noch gar keinen Begriff hätten.

Produziert wurde "Frankenstein-terv" ("Das Frankenstein-Projekt") vom Bárka Theater in Budapest, das am Rand des Orczy-Parks liegt. Der Container, in dem das Stück spielt,


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