Nüchtern betrachtet

Es muss wieder mehr mit Materie gemacht werden

Feuilleton | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Heute ist alles Hard- und Software oder eine Kombination aus beidem - Medien und so. Ständig entsteht hier Neues und ruft Heerscharen von Leuten auf den Plan, die die entsprechenden Entwicklungen bejahen, verdammen oder mit skeptischem Köpfewiegen begleiten. Ein besonders prächtiger Typus, den dieses Gebrumm hervorbringt, ist der euphorische Apokalyptiker. Er stürzt sich auf irgendeine rezente Hervorbringung der Weich- und Hartwarenwelt und erklärt, dass soeben eine neue Ära angebrochen, eine andere versunken sei. Ab sofort: alles anders! Auf diese Weise haben bereits die Quadrofonie, die Betamax-Kassette, der Microscooter und die Teletubbies der Menschheit, wie wir sie kennen, ein jähes Ende bereitet, und -hey! - es war gut so. Weg mit dem ganzen prä-postischen Plunder aus abgelaufenen Normen und überkommenen Utopien. Reset yourself, baby!

An dieser Stelle sollte ich aber wohl in mich


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