Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Das Schwechater Zwickl in der Flasche

Stadtleben | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

Mit diesem Bier von Schwechater machst du keinen Aufriss mehr

Noch sind einige ältere Chargen mit dem legendären Verschluss im Umlauf, mithilfe dessen Mundl Sackbauer für Schaumfontänen zwischen Kühlschrank und Einbaukasten sorgte, aber die Tage, da man eine Flasche Schwechater ganz lässig mit Daumen und Zeigefinger öffnen konnte, sind gezählt: Mittlerweile sind schon welche mit hundsnormalen Kronenkorken im Einsatz. Das mag eine Einbuße an proletaroider Romantik bedeuten, aber - Hand aufs Herz - Hacklerbier war das Zwickl eher keines. Und am Inhalt ändert das neue Verschlussdesign ohnehin genau nix: What you see is what you get. Auf Deutsch: Das Schwechater Zwickl schmeckt so elegant, wie seine auf EU-Normen pfeifende Flasche aussieht. Mit 12,5 Prozent Stammwürze und ehrlichen 5,4 Prozent Alkohol ist es dabei zugleich jedem Geschmacksmanierismus abhold und leistet das, was andere Biere nur breitmäulig versprechen: Es erfrischt - einfach so! - und erfreut in seiner leicht milchigen Naturtrübheit sogar das Auge.

Dass das Schwechater Zwickl einen ähnlichen Eiweißgehalt hätte wie Muttermilch, dürfte ein Gerücht sein, das aufgrund der außergewöhnlichen Bekömmlichkeit des Stoffes aber sehr nachvollziehbar ist. Spritzig und zugleich mild sowie von kompakt-cremiger Konsistenz des Schaums, kann der behutsam zapfende Wirt ihm jederzeit eine schöne Krone aufsetzen. Und sehr suprige Supermärkte haben in ihren Kühlregalen ein paar Flaschen des nicht ewig haltbaren Biers stehen. Mehr wird hier nicht verraten - wir sind ja nicht blöd! KN


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