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Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

So kann Karriere auch gehen

Wie soll ein Jungspund es anlegen, will er Karriere in der Politik machen? Sich über solide Sacharbeit hocharbeiten? Mit raffinierten Techniken wie dem "Ferserl" im Fußball operieren - überraschend und mit einem hohen Ausmaß an Können?

Es geht auch ganz anders, wie der Grazer FPÖ-Klubobmann Armin Sippel seit Jänner vorführt. Da findet der Falter heraus, dass der schlagende Burschenschafter beim rechtsradikalen "Aufruhr"-Versand bestellt haben soll, etwa ein "Polo Hemd, Germania - 88 wear". Sippel droht mit Klagen. Parteikollegen wollen, dass er die Sache klarstellt, etwa per eidesstattlicher Erklärung. Nichts geschieht. Keine Klage, keine Erklärung. Stattdessen wird Bezirksrat Karl Kapper, den Sippels Repliken nicht zufriedenstellen, aus der Partei geworfen. Vergangene Woche dann das Foul gegen Gemeinderat Gerhard Mariacher - zu wenig Sippel-loyal: Bei der Neuwahl zum Mariatroster Bezirksobmann tauchen aus dem Nichts zehn neue Stimmberechtigte auf - alle aus Sippels Hausmacht, RFJ und RFS -, Mariacher wird abmontiert. Der designierte Parteichef und Burschenschafter Mario Eustacchio war eingeweiht. Zufällig ist Mariachers Nachfolger ein Bursch' und Ex-RFJler. Und während Dominik Modre, auch auf der Aufruhr-Bestellliste, im RFJ zum Vize-Landeschef aufsteigt, werden Nicht-Burschenschafter rausgekickt.

Interessantes verrät Sippel in der Gratispostille cool: "Ich habe das politische Handwerk von der Picke auf (sic!) gelernt." Fußball-"Heimseiten" erklären zur "Picke" oder "Kiecke": "Unkonventionelle Schusstechnik mit der Spitze des Fußes. Grob, wenig brillant." Und Vorsicht: Ihre Wirkung kann leicht außer Kontrolle geraten.

Gerlinde Pölsler leitet das Ressort Stadtleben im Steiermark-Falter


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