Neu im Kino

"C'est la vie", eine Familie im Wohlfühlkino

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

Es sind fünf Tage aus dem Leben einer fünfköpfigen Familie, fünf entscheidende Tage, wohlgemerkt, anhand deren Rémi Bezançon die Geschichte der Duvals erzählt. Vater, Mutter, zwei Söhne, eine Tochter: 12 Jahre, fünf Personen, jeweils verdichtet auf einen Tag, an dem sich das eigene Leben merklich verändert hat - und mit ihm auch das der ganzen Familie.

An einem Mittwoch, dem 24. August 1988, begräbt Albert seinen Hund im Garten und zieht von zuhause aus. An einem Freitag, dem 3. Dezember 1993, begeht Fleur ihren 16. Geburtstag und schläft zum ersten Mal mit einem Burschen. An einem Samstag, dem 22. Juni 1996, wird Raphaël, ein rechter Tagedieb, von seinem Großvater in die Kunst der Weinverkostung eingeführt. So geht es weiter, und so gehen die kleinen und großen Dramen der Familie Duval vorbei, bis sie im Jahr 2000 dramatisch, traurig und versöhnlich zugleich ihren Höhepunkt finden.

"C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben" ist wie auf dem Reißbrett vorgeplant, dabei aber kein simpler Ensemblefilm, sondern quasi als ein Quintett mit wechselnden Solisten angelegt. Und sie alle spielen gut: Jacques Gamblin den taxifahrenden Vater, Zabou Breitman die sich im Stich gelassen fühlende Mutter - außerdem noch Déborah François, Piao Marmaï, Marc-André Grondin sowie Roger Dumas als unausstehlicher grand-père Pierre.

Wirklich in die Tiefe geht hier freilich nichts - und will es auch gar nicht. "Maman, c'est grunge!" ist schon beinah das Schockierendste, was Marie-Jeanne von Tochter Fleur zu hören bekommt. Und dass Monsieur Duval mit Vornamen selbstverständlich Robert heißt, beschert dem Film einen seiner absurdesten Momente. So ist das Leben? Nun ja, so oder so ähnlich zumindest.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Filmcasino)


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