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Ophüls und "Werther" im Pariser Exil

Lexikon | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

Sein Leben lang betete Ophüls Mozart an, aber für seine Filme wählte er die Musik von Oscar Straus. Sein Leben lang las er Balzac und Stendhal, jedoch adaptierte er sie niemals für die Leinwand. Sein Leben lang war Goethe, der Poet und Dramatiker, sein Lieblingsautor, und dann fühlt er, dass er ihn verpfuscht habe."

Soweit der Filmkritiker Claude Beylie über den Filmregisseur Max Ophüls, der 1933 aus Deutschland vertrieben wurde und seine Karriere zunächst in Frankreich fortsetzte. Dort entstand 1938 auch "Werther" oder genauer: "Le roman de Werther", der heute als einer der Schlüsselfilme des deutschsprachigen Filmexils gelten darf. Mit der Wahl dieses Stoffs erhoben die Exilanten, unter ihnen Ophüls und sein Produzent Seymour Nebenzahl, den Anspruch, die tatsächlich legitimen Erben Goethes und der deutschen Kultur zu sein.

Filmvorführung mit Vortrag von Vezyroglou Dimitri im Rahmen einer Konferenz der Internationalen Lion Feuchtwanger Society in Wien. MO

Metro-Kino, Fr 19.30 (OmU)


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