Ohren auf!

Sammelkritik


Klaus Nüchtern
Lexikon | aus FALTER 19/09 vom 06.05.2009

Wenn der Bassist und die beiden Gitarristen auch Electronics bedienen, besteht die Gefahr, dass es in die ein oder andere Richtung klanglicher Esoterik ausschlägt. Auf "Movements in Colour" (ECM/Lotus) des britischen Saxofonisten Andy Sheppard geht's in Richtung sanfter Hall und Schönwettergewolke. Die mal leichtfüßig-bündige, mal eher viskose Jazzfolklore ist zwischen Nahem und Fernem Osten (Tabla!) und Norwegen angesiedelt - woher nicht nur Gitarrist Eivind Aarset kommt, sondern auch Jan Gabarek, an den man sich hin und wieder erinnert fühlt.

Das Verhältnis zwischen Gitarre und Saxofon sieht in der Kooperation Fred Frith and Arte Quartett naturgemäß anders aus. Aber dass man so wenig Gitarre hört, kommt dann doch überraschend. Das liegt daran, dass Frith hier vor allem als Komponist firmiert: "Still Urban" wurde 2004 uraufgeführt und letztes Jahr im Studio eingespielt: eine Abfolge von neun Stücken, die Alltagsgeräusche mit dem kultivierten Klang eines Saxofonensembles mischen,

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