Die Chronologie eines unerwünschten Kriminalfalls

Medien | aus FALTER 20/09 vom 13.05.2009

19.Jänner 2008: Denisa Soltisova wird zuletzt lebend gesehen. Sie irrt, barfuß und nur mit Unterwäsche bekleidet, durch Vöcklabruck.

29.Jänner 2008.: Um 15.40 Uhr wird die nackte Leiche von Denisa Soltisova im Fluss Ager gefunden. Der Fall wird sofort als "Selbstmord aus Liebeskummer" abgeschlossen, es gibt keine Obduktion, die Leiche wird nach fünf Stunden zur Beerdigung freigegeben.

7. Februar 2008: Nach der Überführung in die Slowakei wird die Leiche obduziert. Dabei finden sich Spuren von Gewaltanwendung (Blutergüsse an den Innenseiten beider Oberschenkel). "Todesursache: Ersticken durch Ertrinken. Die Blutergüsse ... zeugen von mechanischer Gewalt durch eine andere Person", steht im Obduktionsbericht. In ihrem Blut finden sich Spuren zweier Medikamente gegen Krankheiten, an denen Soltisova nicht litt; über längere Zeit eingenommen, können diese Substanzen zu Verwirrung führen.

Juni 2008: Slowakische Boulevardmedien berichten groß über den Fall, sie sprechen von "Vergewaltigung, Mord und Vertuschung".

August 2008: Im Spektrum der Presse erscheint Martin Leidenfrosts erster Text über seine Recherchen, die die Selbstmordversion bezweifeln. Unter dem Druck der slowakischen Befunde haben auch die österreichischen Behörden wieder zu ermitteln begonnen, bisher allerdings ohne Ergebnis.


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