Curated by the Regierung: In Österreich ist die Kunstförderung Avantgarde

Feuilleton | aus FALTER 20/09 vom 13.05.2009

Ein penetranter E-Mail-Strahl prasselte in den letzten Wochen auf all jene ein, die digital mit der Wiener Kunstszene assoziiert sind. In knalligem Magenta auf gelbem Grund war der Schriftzug "Curated by" zu lesen; es ist die Corporate Identity von Departure, der kommunalen Förderstelle für kreative Ökonomie. "Sponsored by" wäre also die korrekte Information gewesen.

Departure versucht jenes Feld zu düngen, auf dem symbolisches Kapital nur in Ausnahmefällen gegen bare Münze getauscht werden kann und Selbstverwirklichung nicht selten im Burnout endet. Unterschiedliche Gewerbe wie Plattenfirmen, Modelabels oder Architekturbüros - gemeinsam ist ihnen ein Überfluss an Ideen und ein Mangel an kaufmännischem Wissen - haben inzwischen von den Förderungen profitiert.

Derzeit sind die bildende Kunst und der Kunstmarkt Förderschwerpunkte; eine Million Euro steht zur Verfügung, "um Wien als Kunststandort zu mehr internationaler Bedeutung zu verhelfen". Die eine Million soll sich durch "Investeffekte"


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