"Man überholt die Eltern"

Feuilleton | aus FALTER 20/09 vom 13.05.2009

In ihrem Debütroman erzählt Julya Rabinowich auch von der Flucht ihrer Familie

Porträt: Sebastian Fasthuber

Auf zwei Begriffe ist Julya Rabinowich ein wenig allergisch: Migrantenliteratur und Autobiografie. Zu oft hat die russischstämmige Autorin diese Zuschreibungen in den letzten Monaten im Zusammenhang mit ihrem Romandebüt "Spaltkopf" hören und lesen müssen: "Das Buch hat zwar autobiografische Elemente, ist aber ein Roman und erzählt mehr als nur die Geschichte einer Flucht", sagt die ebenso resolute wie herzliche Enddreißigerin.

Das Buch beginnt allerdings tatsächlich mit einer Flucht. Per Flugzeug verlassen Vater, Mutter, Kind sowie Großmutter Rabinowich St. Petersburg und die Sowjetunion. Dem Mädchen wird etwas von einer Urlaubsreise nach Litauen erzählt, damit es sich nicht verplappert. Tatsächlich ist Wien die Destination. "Wenn es nach meinem Vater gegangen wäre, so wäre Österreich nur eine Durchgangsstation gewesen, er wollte nach Italien", so die Tochter, die sieben


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