Nüchtern betrachtet

Mit dem Essen spielt man nicht!

Feuilleton | aus FALTER 20/09 vom 13.05.2009

Das Interesse am Spargel ist aus vulgärpsychoanalytischer Sicht erschütternd leicht zu erklären: Phallischer geht echt nicht. Der Franzose, der den Kopf bekanntlich mit nichts anderem vollhat als mit Schweinkram und Poesie, hat die Sexualmetaphorisierung der schmackhaften subterrestrischen Schubstängel in Dimensionen vorangetrieben, die wir aus Rücksicht auf die empfindsameren Naturen unter den Leserinnen und Lesern nicht einmal andeuten wollen. Faktum ist, dass ein präpubertäres Interesse am Spargelverzehr extrem selten vorkommt: Spargel ist kein Kindergemüse - ebenso wenig wie die Kohlsprosse oder die Olive. Vielmehr ist der unvermutet einsetzende Appetit auf die genannten Vegetabilien in der Regel ein sicheres Anzeichen dafür, dass die Geschlechtsreife an der Haustür klingelt.

Spargel ist das lustigste Saisonalgemüse, das wir kennen - es macht nicht nur bei der Einnahme, sondern auch bei der Ausscheidung Spaß. Für den Spargel gilt dasselbe wie für die Kartoffel: Keep it


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