Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 20/09 vom 13.05.2009

Was passiert mit Wiens teuerstem Pflaster?

Man hätte natürlich auch Frau Andrea fragen können, weiter hinten im Heft. Man kann aber auch selbst recherchieren und einfach mal anrufen, fragen, was mit den Unmengen an alten, teilweise aber tadellosen Steinplatten passiert, wie sie momentan in den innerstädtischen Fußgängerzonen (Kärntner Straße, Graben, Kohlmarkt) entfernt werden wie schlimme Zähne aus einem Kariesgebiss. Man muss dazu nur die Hotline wählen, die auf den Transparenten angegeben ist, die um Verständnis betteln. Die Entfernung des Altmaterials sei Teil der Ausschreibung gewesen, heißt es da rasch und kompetent. Man ist offenbar nicht der erste, der das wissen will. Wer anschafft, schafft also auch weg. Das Unternehmen, das den Fuzo-Umbau vornimmt, muss ein bisschen länger überlegen, meldet jedoch wenig später: Die Granitplatten werden recycelt. Wie schade! In Stuttgart, wo ebenfalls zonentechnisch gebaut wurde, verscherbelte man die alten Steine an die jubelnde Bevölkerung. Was die sparsamen Schwaben damit anstellten? Schaffe schaffe, Fuzo baue. Rund ums Privathäusle.


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