Der Aufmerksamkeitserreger

Stadtleben | aus FALTER 20/09 vom 13.05.2009

Mit dem Life Ball veranstaltet Gery Keszler Europas größte Aids-Charity. Der Mann kann nicht anders

Porträt: Christopher Wurmdobler

Vielleicht muss man sich Gery Keszler auf dem Bauernhof im Burgenland vorstellen, dem Kellerstöckl, das er sich vor einiger Zeit gekauft hat. Wo es Wald gibt und Obstbäume, wo er Erdäpfel anbaut und den Kürbissen beim Wachsen zusieht. Wenn er Zeit hat.

Momentan hat Gery Keszler keine Zeit. In wenigen Tagen ist Life Ball, Europas größte Aids-Charity. Oder "mein Albtraum", wie er sagt. Das ist kokett, aber als Chef des Balls leidet er sichtlich, steht gewaltig unter Druck, und sein sonst aufmüpfiges Kasperlgesicht sieht müde aus. Nicht alle wollen verstehen, was Keszler seit 17 Jahren erfolgreich macht. Dabei will er doch nur von allen geliebt werden. Das ist sein Problem.

Der Life Ball ist ein Fest der Gegensätze, bei dem Krankheit, Elend und Tod zwar im Raum stehen, bei dem aber das Leben gefeiert wird - ausgelassen und wild. "Diese Ambivalenz zwischen

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