Das Rüpelspiel der Gentlemen

Stadtleben | aus FALTER 20/09 vom 13.05.2009

Im Gegensatz zum Fußball gilt Rugby hierzulande als die pure Brutalität unter den Ballsportarten - zu Unrecht

Bericht: Daniel Nutz

Eine Traube muskelbepackter Kerle, es wird gezogen und gezerrt. Irgendwo unter diesem großen Haufen purem Testosteron liegt das Spielgerät, ein eiförmiger Lederball. Aber man sieht ihn nicht.

Der Eierball unter dem Menschenberg soll über das fußballplatzgroße Spielfeld getragen werden. Das ist der Sinn von Rugby. Und dabei sind fast alle Mittel erlaubt.

Im Unterschied zu gängigen Teamsportarten darf der Ball sowohl geworfen als auch per Fuß befördert werden. Nur Schläge und Beinstellen sind untersagt.

Rugby gilt als Spiel für Raubeine. Ruppige Fußballspiele verleiten Sportreporter hierzulande oft zur Phrase "rugbyartige Verhältnisse". Dabei hat das Spiel, das der Legende nach auf einen Regelverstoß des Engländers William Webb Ellis in einem Fußballmatch in der Stadt Rugby zurückgeht, seinen Ruf zu Unrecht.

"Ein gutplatziertes Tackle (eine Attacke,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige