Die Rose der Kurden

Steiermark | aus FALTER 20/09 vom 13.05.2009

Die kurdische Sängerin Aynur Dogan eröffnet mit ihrer Ausnahmestimme die neue Kasematten-Bühne am Schloßberg

Interview: Thomas Wolkinger

Aynur Dogan weiß, wie sich Diskriminierung anfühlt. Als sie 1975 geboren wurde, war es noch verboten, öffentlich Kurdisch zu sprechen, obwohl die Schafzüchter ihrer Heimat in der ostanatolischen Provinz Dêrsim (Tunceli) nichts anderes sprachen. 1992, am Höhepunkt des Bürgerkriegs zwischen der türkischen Armee und den kurdischen PKK-Separatisten, musste sie mit ihrer Familie nach Istanbul fliehen. Dort studierte sie zunächst die türkische Laute, die Baglama, danach Gesang und begann, unter den Fittichen von Hasan Saltik, dem Gründer des legendären Folk-Labels Kalan Müzik, ihre eigene, urbanere Interpretation traditionellen kurdischen Liedguts zu entwickeln.

Mit dem Album "Keçe Kurdan" ("Kurdisches Mädchen") gelang ihr im Jahr 2005 ein erstes Meisterstück, das vorübergehend am Index landete, weil ein Richter befand, es fordere junge Frauen


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