Buch der Stunde

Wolfgang Kralicek | Lexikon | aus FALTER 20/09 vom 13.05.2009

Bücher, die dem interessierten Laien die zeitgenössische Kunst erklären, gibt es einige auf dem Markt. Jetzt liegt - rechtzeitig zu Beginn der Wiener Festwochen - auch eine "Gebrauchsanweisung fürs Theater" vor. Offenbar versteht sich also auch Theater nicht mehr von selbst (wenn es das je getan hat). "Der Besuch eines Theaters ist etwas diffus Bedrohliches geworden", konstatiert Autor Peter Michalzik, Theaterkritiker der Frankfurter Rundschau. Und: "Wir sind eine Gesellschaft von Theaterentwöhnten." Da ist was dran. Die Bildungsbürger verstehen ihr Theater nicht mehr. Und die nachkommende Generation fürchtet, dass sie für Theater zu wenig gebildet ist. Doch keine Angst, Michalzik kann alles erklären - und fängt damit ganz von vorne an: "Theater ist, wenn Sie einem Schauspieler zuschauen." Klingt banal, aber besser kann man's fast nicht sagen.

Hauptverantwortlich für die Verunsicherung ist das sogenannte Regietheater, das sich längst flächendeckend durchgesetzt hat. Im ausführlichsten

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