Gemütlich war es gestern

Politik | aus FALTER 21/09 vom 20.05.2009

Wien ist nicht Paris, hier fackeln die zornigen jungen Männer keine Autos ab. Doch langsam zerbröckelt der Mythos vom sozialen Frieden

Bericht: Julia Ortner

Das ist ihr Park. Der einzige Ort, an dem sie etwas zu melden haben. Hier treffen sie sich jeden Tag, sie spielen Fußball, plaudern, rauchen, posen - vor allem, wenn ein Mädchen vorbeikommt. Sie haben Frisuren wie David Beckham und tragen auch beim Kicken schmale Jeans. Sie sind 18, 19 oder 20 und würden gerne mal rauskommen aus ihrem Grätzel rund um den Ludo-Hartmann-Park in Ottakring, ein Stück Betonwüste ohne Baum, aber dafür mit Fußballkäfig.

Im "Ludo" reden die Burschen über den Alltag, die Arbeit, die Frauen. Sie haben Glück. Sie haben eine Lehre oder einen Job, vielen ihrer Altersgenossen geht es anders. Aber sich für die Zeitung in ihrem Park ablichten lassen, anderen von ihrem Leben erzählen? Da sind sie scheu, sonst kommt ja auch kein Journalist vorbei, der sich für sie interessiert. "Ich nix Deutsch, ich Ausländer",


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige