Die Geschichte von Nummer 164953

Politik | aus FALTER 21/09 vom 20.05.2009

Im oberösterreichischen Ebensee verhöhnten fünf Jugendliche die Überlebenden des KZ. Ladislaus Zuk war einer von ihnen. Warum lebt er bis heute hier?

Reportage: Florian Klenk

Am Rande der Arbeiterstadt Ebensee, unweit der Stollen, wohnt der 89-jährige Bauarbeiter Ladislaus Zuk. Eine steile Holztreppe führt hinauf in sein Wohnzimmer. "Treten Sie ein!", bittet Zuk und weist in ein Zimmer voller Porzellanpuppen: "Hier wurde ich ein zweites Mal geboren."

Das war am 8. Mai 1945. Zwei Tage zuvor hatten die Amerikaner das Konzentrationslager Ebensee befreit. Ladislaus Zuk war 25 Jahre alt und wog 39 Kilo.

"Dieses Haus", sagt Zuk, "wurde meine zweite Heimat." Die Familie, die hier einst wohnte, aber vor allem die Jugend in der Umgebung habe ihm geholfen, sein zweites Leben zu meistern, "denn sie hörte mir zu". Zuk zückt ein Notizheft. Penibel notierte er darin die Schulklassen, denen er seine Geschichte in den vergangenen 20 Jahren erzählt hat. Mehr als 25.000 Schüler haben sie gehört.

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