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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 21/09 vom 20.05.2009

Wie sehr sich die heimische Innenpolitik momentan an äußerst langweiligen Nebenschauplätzen abspielt, spiegelt sich nicht zuletzt in den Zeitungen und Magazinen wider. Gleich zwei Seiten widmet Österreich dem vermeintlichen Skandal, dass die Life-Ball-Loge der Grünen im Jahr 2007 aus den Gehältern von grünen Abgeordneten finanziert wurde. Na bumm! Die echte Sensation kommt aber zwei Seiten später als innenpolitisches "Thema des Tages": "Grippe-Alarm: Faymann steckt Pröll an". Österreich liefert aber auch gleich eine Entwarnung: "Die Mexikogrippe ist es nicht." Wenigstens etwas. News verlegt sich angesichts der politischen Flaute auf ein bewährtes Rezept und knallt den verstorbenen Jörg Haider aufs Titelblatt. Was früher schon Auflage brachte, scheint noch jetzt mehr zu ziehen als Faymann, Pröll und Co. Und die Presse beschäftigt sich gleich mit sich selbst. In einer Studie zum Image der Tageszeitungen sei ihr nämlich von 43 Prozent der Leser bescheinigt worden, dass die Zeitung "modern" sei. Und was ist mit den anderen 57 Prozent?


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