Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Carpe Diem Quitte/Cranberry

Stadtleben | aus FALTER 21/09 vom 20.05.2009

Kranbeeren und Quitten für die Welt zwischen Wien und Fuschl

Kombucha gehört ja auch zu diesen Wunderwuzzidingen, von denen es eines im Jahr erst in die Nachrichten (meist im Zusammenhang mit Celebritys wie Madonna oder Claudia Schiffer) und dann in die Geschäfte schafft: Pu-Erh-Tee, Goji-Beeren oder Kefirpilze versprechen Schönheit, gute Laune und ewige Jugend - und verschwinden meist wieder, nachdem die betuchte Kundschaft gemerkt hat, dass das Zeug weder schmeckt noch hilft.

Kombucha hat sich da erstaunlich gut gehalten, was wahrscheinlich auch damit zusammenhängt, dass die wenigsten diesen chinesischen Teepilz (bekannt seit 221 vor unserer Zeitrechnung!) selbst im Kühlschrank betreuen, sondern das lieber der Getränkeindustrie überlassen, genauer gesagt dem Red-Bull-Konzern in Fuschl am See, der mit Carpe Diem nicht nur die Gunst der Stunde nutzte, sondern auch eine gehörige Limo auf den Markt brachte für diejenigen, denen Energiedrinks zu albern sind.

Kräutertee mit Kombucha fermentiert, mit Fruchtsäften, Zitrone und Kohlen- und Milchsäure vermengt - das kommt vor allem in der Gastronomie an. Und weil die Leute immer das Neueste wollen, gibt es zu den klassischen Sorten ab sofort auch die Geschmacksrichtungen Cranberry (übrigens angeblich auch so ein gesundes Zauberzeug mit Trendfaktor) und Quitte. Um Unterschiede zu entdecken, die über die Färbung hinausgehen, muss man sich etwas anstrengen, der Pilz macht fast ein wenig Biergeschmack. Aber Carpe Diem bleibt Limonade. cw


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