Sinnliches Spiel mit der Illusionsmaschine

Steiermark | aus FALTER 21/09 vom 20.05.2009

Viktor Bodó beeindruckt erneut am Schauspielhaus. Diesmal mit Handkes "Die Stunde da wir nichts voneinander wussten"

Theaterkritik: Hermann Götz

Es gibt sehr viele Gründe, warum Jazzinterpreten gerne auf Bach zurückgreifen. Werktreue oder Originalklang gehören ganz sicher nicht dazu. Und auch nur sehr selten die Frage nach dem Zweck, den Bach selbst mit seiner Musik verfolgt hat. Da werden eher die harmonische Struktur und das melodische Gerüst des alten Meisters zum Ausgangspunkt immer neuer Ausflüge auf der Suche nach dem erlösenden Schlussakkord. Genau so muss man sich das vorstellen, wenn der ungarische Regiewüstling Viktor Bodó einen literarischen Text beackert. In Graz hatte Bodó bereits mit Kafkas "Schloss" und Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" gespielt, bevor er sich Peter Handkes wortloses Drama "Die Stunde da wir nichts voneinander wussten" vorknöpfte.

Weder "Das Schloss" noch "Alice" wollten auf den ersten Blick so richtig den Kern der Sache treffen. Die zwei im wahrsten


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