Vernissage

Malerei als Seelenspiegel einsamer Herzen

Lexikon | aus FALTER 21/09 vom 20.05.2009

Die Porträts des Malers Bertram Hasenauer wirken distanziert, kühl und unwirklich. Der österreichische Künstler, Jahrgang 1970, hat sich der Darstellung von Typen und nicht jener von Individuen verschrieben. Kennzeichnend für viele seiner Bilder ist ein klinisch weißer Hintergrund, der szenische oder narrative Momente völlig ausklammert. Die Einsamkeit der silhouettenhaften Figuren, die sich oft vom Betrachter abwenden, auf ihr Innerstes konzentriert oder wie in einer Verpuppung eingesponnen sind, wird dadurch betont.

Hasenauer wurde im Vorjahr der Georg-Eisler-Preis verliehen. Auf diesen mit 12.000 Euro dotierten Ankaufspreis der Bank Austria folgt nun die Einzelausstellung im tresor, dem Raum für junge Kunst des Kunstforums. Neben den für ihn typischen Arbeiten zeigt Hasenauer dort weiters jüngst entstandene Landschaften, in denen kontrastreiche Hell-dunkel-Effekte dominieren. Wie in den Porträts führen auch hier Isolation und Zeitlosigkeit Regie. MJ

Kunstforum Bank Austria, Mi 19.00, bis 14.6.


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