Seinesgleichen geschieht

Haneke hat die Palme! Nun glänzt in Österreichs Kulturpolitik alles golden

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Michael Hanekes neuer Film "Das weiße Band" hat in Cannes die Goldene Palme gewonnen, den höchsten Preis, mit dem ein Film geschmückt werden kann. Das ist großartig, und dem Filmemacher ist zu gratulieren. Im Gratulieren sind wir nicht die Schlechtesten, und so gratuliert ihm alles, was in der Kultur und deren Verwaltung Rang und Namen hat. Diesen Gratulationen haftet allerdings, anders als den neidlosen Reaktionen von Hanekes Kollegen, ein gewisser Beigeschmack an. Neidlos ist hier ausnahmsweise nicht ironisch gemeint. Oscar-Nominierte oder Oscar-Gewinner haben keinen Grund für Futterneid. Sie weisen gerade im Augenblick des scheinbar höchsten Triumphs des österreichischen Films auf ein Problem hin (vgl. Kommentar Seite 6), das dieser Triumph keinesfalls überdecken darf: Haneke ist zwar ein österreichischer Filmemacher, aber sein Film ist kein österreichischer Film.

In der Musik gilt die Definition, österreichische Musik sei nicht Musik, die von Österreichern geschrieben werde,

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige