Kommentar

Finanzstrategen als Bio-gärtner; die Wiederkehr des Verursacherprinzips

Wirtschaft

Kurt Bayer | Falter & Meinung | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

In der Umweltökonomie, wenn schon nicht in der Umweltpolitik, spielt das Verursacherprinzip eine wichtige Rolle: Da viele wirtschaftliche Aktivitäten Umweltkosten für andere erzeugen und diese Kosten nicht selbst tragen müssen, wird zuviel Umweltverbrauch und -verschmutzung generiert. Um dies einzudämmen, müssen die Umweltkosten "internalisiert", das heißt vom Verursacher getragen werden. Das führt in der Theorie zu "optimaler Umweltverschmutzung", wo die Kosten des Umweltverzehrs auf den gesellschaftlichen Nutzen, den die jeweilige Aktivität erzeugt, abgestimmt werden. So weit, so traditionell. Umweltabgaben (wie CO2- oder Mineralölsteuer) sind dafür die geeigneten Instrumente.

Im Zuge der Krise wird das Verursacherprinzip plötzlich von Menschen entdeckt, denen man seine Kenntnis am wenigsten zugetraut hätte: den Analytikern des Finanzsektors. Diese, soweit sie nicht den Status quo ante wiederbeleben wollen, wollen das Verursacherprinzip auf den Finanzsektor angewandt wissen,

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