Kolumne

Der britische Spesensumpf kann die Demokratie retten

Außenpolitik

Franz Kössler | Falter & Meinung | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Ein paar überzogene Spesenabrechnungen erschüttern das älteste Parlament der Welt. Aber der Schock könnte am Ende dazu beitragen, das kränkelnde demokratische System in ganz Europa wiederzubeleben. Seit drei Wochen enthüllt die konservative Zeitung The Daily Telegraph täglich, wie Abgeordnete zum britischen Unterhaus aller Parteien sich freizügig aus der Spesenkasse des Parlaments bedient haben. Fast als wäre der Krone-Aufdecker Hans-Peter Martin auf der Insel gelandet.

Abgeordnete verrechneten Wartungskosten für Schwimmbäder und Tennisplätze ihrer Zweitwohnsitze, Kreditraten für Wohnungen, die schon längst gewinnbringend weiterverkauft worden waren, bis hin zu den Reinigungskosten für den Burggraben, Bügeleisen und Badewannenstöpsel. Es ist nicht bekannt, ob die Zeitung für die Daten gezahlt hat, die Polizei weigert sich zu ermitteln, wie die Unterlagen an die Öffentlichkeit gelangt sind: Das öffentliche Interesse überwiege eventuelle Vergehen.

Die Öffentlichkeit ist

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