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Politik | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Herr Hübner, wie bekommt der Life Ball ein Spendengütesiegel?

Nachdem Gery Keszler, Organisator des Life Ball, in der Zeit wegen seiner Finanzgebarung in die Kritik geraten war, möchte er die Finanzen des Vereins, der die Aids-Charity veranstaltet, "auf Euro und Cent" prüfen lassen. Außerdem werde man auch jene Prüfung durchführen lassen, die für die Verleihung des Spendengütesiegels notwendig ist. Dieses vergibt die Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Deren Präsident Klaus Hübner erklärt, wie das geht.

Herr Hübner, braucht der Life Ball ein Spendengütesiegel?

Das ist ja keine Verpflichtung sondern eine freiwillige Sache, der sich Gott sei Dank die meisten Organisationen angeschlossen haben. Über 200 haben mittlerweile das Spendengütesiegel verliehen bekommen.

Was muss eine Organisation tun, um dieses Gütesiegel zu erhalten?

Ein unabhängiger Wirtschaftstreuhänder kommt und prüft nach 35 Kriterien. Da geht es um die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung. Man schaut sich zweitens das interne Kontrollsystem an, drittens die satzungs- und widmungsgemäße Mittelverwendung, viertens die Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit, fünftens die Finanzpolitik, sechstens das Personalwesen und siebtens die Lauterkeit und Ethik der Spendenwerbung.

Was ist das Ziel dabei?

Ziel ist, weitgehend Transparenz für den einzelnen Spender und die inte-ressierte Öffentlichkeit zu schaffen.

Gibt es denn eine Art Schlüssel, was so eine Charityveranstaltung kosten darf?

Das ist wirklich sehr anlassbezogen. Wenn man mit Prozentsätzen darübergeht, besteht die Gefahr, dass man dem Einzelfall nicht gerecht werden kann. Der Wirtschaftstreuhänder hat die Grundsätze einzuhalten, die wir Steuerberater und Wirtschaftsprüfer haben. Und alle zwei Jahre wird nachgeprüft.

Das Gütesiegel würde Keszler helfen?

Definitiv, weil es von einem unabhängigen Wirtschaftstreuhänder ist, der sagt: "Das ist alles nachvollziehbar."

Interview: C. Wurmdobler


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