Der Ausflug ins KZ und seine Konsequenzen. Schulexperte Marian Heitger im Gespräch

Politik | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Ein Jugendlicher wird ausgeschlossen aus dem Gymnasium Albertgasse, fünf seiner Klassenkollegen bekommen eine Rüge, weil sie sich bei der Schulfahrt nach Auschwitz ungebührlich benommen haben sollen. Erziehungswissenschaftler Marian Heitger spricht über die Ohnmacht der Pädagogen.

Falter: Nach dem Schulausflug wird ein Schüler ausgeschlossen. Ist das der richtige Weg?

Marian Heitger: Dieser Ausschluss ist ein Akt der Ohnmacht der Pädagogik. Statt mit diesem Schüler ins Gespräch zu kommen, schließt man ihn aus. Ich glaube, dass man das Problem viel grundsätzlicher angehen muss: Woher kommt es, dass die Jugendlichen gewaltbereiter geworden sind?

Ja, woher kommt das?

Heitger: Vordergründig kann man natürlich sagen, sie erfahren im Fernsehen oder bei Computerspielen Gewalt. Ich vertrete aber die Meinung, dass in der Schule, im Umgang des Lehrers mit den Schülern gelernt werden muss, Differenzen nicht mit Fäusten auszutragen - sondern mit Argumenten. Es ist ein ganz grundsätzliches


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