Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Wolfgang Zwander | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Herr Bergmann, warum zeigen Sie uns schrullige Aristokraten?

Die Aristokraten von Darbo sind wieder da und erklären uns in einem TV-Spot, warum wir den gleichnamigen Fruchtsirup kaufen sollen. Der Kern des Claims ist simpel: Mit Darbo kann "das zu Erreichende auch erreicht werden", erzählt uns eine Kinderstimme.

Das Besondere an dem 24-Sekunden-Filmchen ist die schöne neuseeländische Landschaft, in der er spielt. Ein junge Dame, mehr Mädchen als Frau, huscht durch einen verwunschenen Fantasy-Wald, um nicht den Termin für ihr Hochzeitsfoto zu verpassen.

Am Ende kommt sie gerade noch rechtzeitig an, um ihren wartenden Verlobten um den Hals zu fallen. Ihr Ziel konnte sie aber nur erreichen, weil sie auf ihrem Weg durch den Wald von Feenwesen mit einem "Fruchtelixier" gestärkt wurde - natürlich Darbo.

Wie im Vorgängerspot, in dem ein schrulliger Adliger der mit ihm verwandten "Lilli" den Hof machen will, geht es auch hier um eine Geschichte, die im idealisierten aristokratischen Milieu einer längst vergangenen Zeit spielt.

Warum die Werbeagentur Demner, Merlicek & Bergmann, die Darbo seit 1987 betreut, an dieser Linie festhält, erklärt Geschäftsführer Harry Bergmann: "Diese Bildwelt ist eine zeitgemäße künstlerische Interpretation und eine märchenhafte Inszenierung einer Wertewelt aus der Vergangenheit. Damit erinnert man an seinerzeit attraktive Archetypen und schafft Vertrautheit und Vertrauen für eine Marke mit langer Vergangenheit."

Ein durchaus gewünschter Nebeneffekt dürfte sein, dass sich die Marke auf diese Weise gut im Hochpreissegment positionieren lässt. Auch bei Demner, Merlicek & Bergmann muss eben "das zu Erreichende erreicht werden".


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