Wie gedruckt

Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Es könnte der Beleg für die Unabhängigkeit der Redaktion von den Anzeigen sein - oder ein neuer Beweis dafür, dass Geld nicht stinkt. Peter Rabl schreibt in seinem Kommentar im Sonntags-Kurier von der "Eskalation der blauen Propaganda" und kritisiert die "hetzerischen Ausritte der Freiheitlichen". Wenige Seiten weiter, nach einem Interview mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, steht ein FPÖ-Inserat, in dem genau diese Hetze betrieben wird. Asylwerber werden dort als Scheinasylanten abgetan, die "für sich und ihre ganze Sippe Sozialhilfe kassieren". Die Blauen haben es dem Kurier aber auch leichter gemacht, das Inserat abzudrucken und auf den Link www.giebelkreuzregime.at verzichtet, eine Homepage, auf der die FPÖ den Einfluss der mächtigen "Krake" Raiffeisen kritisiert. In der Krone wird bei ähnlichen FPÖ-Inseraten hingegen sehr wohl auf diese Seite verwiesen. Aber im Kurier, dessen 50,56-Prozent-Eigentümer die Raiffeisen Zentralbank ist, den mächtigen Konzern zu kritisieren, das trauen sich nicht einmal die Freiheitlichen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige