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Medien | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Internet im Auto: Wirkt etwas unnötig, kann aber Leben retten

Prüfbericht: Thomas Vašek

Braucht man einen Internetanschluss im Auto? Meine erste Antwort lautet: Eigentlich nicht. Meine zweite: Es kommt darauf an. Autos sind schon heute rollende Computer. Die Internetanbindung ist eigentlich nur der konsequente nächste Schritt. Die Frage ist nur, welchen Nutzen das Netz dem Autofahrer bringt. Reines Websurfen und E-Mail ist zu wenig. Dafür gibt es das iPhone.

Internet im Auto hat nur dann Sinn, wenn es das Fahren intelligenter, sicherer und komfortabler macht. Ein Versuch in diese Richtung ist BMWs Connected Drive.

Das System kombiniert Navigation mit Internet und Mail und diversen personalisierbaren Onlinediensten. Bei einem Unfall wird automatisch ein Notruf ausgelöst. Über RSS-Feeds kann man sich personalisierte News in den Bordcomputer spielen lassen. Via Connected-Drive-Portal kann die Route geplant und mitsamt Zusatzinformationen ans Auto übertragen werden.

Und wer möchte, kann schon zuhause im Web an den Fahrzeugeinstellungen tüfteln. Alles ganz praktisch, wenn auch nicht billig (rund 20 Euro/Monat für BMW online, 12,50 Euro Datenflatrate für den Webzugang; Voraussetzung: Navigationssystem Professional mit integrierter Handyvorbereitung und Bluetooth).

Doch entscheidende Funktionalitäten fehlen: So erlaubt das Spracheingabesystem nicht, während der Fahrt E-Mails zu diktieren. Überhaupt vermisst man den Spaßfaktor. Für die Zukunft: Wie wäre es mit einem Onlinechat für in unmittelbarer Nähe befindliche Autofahrer? Die könnten dann gepflegte SMS austauschen - statt einschlägige Gesten.

Thomas Vašek ist Chefredakteur des PM-Magazins und rezensiert für den Falter jede Woche Mediengadgets.


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