Ein Semmerlexpedit wird zur Wunderkammer

Feuilleton | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Leo Perutz' Roman "Nachts unter der steineren Brücke" wird in der Ankerbrotfabrik als neunteilige Oper aufgeführt

Reportage: Andreas Dallinger

Etwas verloren stehen die ersten Besucher auf einer Großbaustelle herum. Loft-City, ein Stadtteil für die "creative industries", der hier errichtet wird, ist zwischen all dem Schutt nur zu ahnen. Zwei versteckte Mobilklos lassen auch nicht auf eine große Veranstaltung schließen. Aber eine unscheinbare Türe mit der Überschrift "Nachts" verheißt, dass man am richtigen Ort gelandet ist.

Im ehemaligen Expedit der Ankerbrotfabrik, einer 2100 Quadratmeter großen, stützenfreien Halle. Hier münden alle Gründe, warum man mit dem 6er in den entlegenen Winkel des zehnten Bezirks geschaukelt ist: die Neugierde, wo die gstaubten Weckn ihren Ausgang genommen haben, ehe sie beim Anker ums Eck gelandet sind; die Peinlichkeit, die Romane von Leo Perutz zuhause stehen, aber dann doch nicht gelesen zu haben, oder doch der Enthusiasmus für zeitgenössische

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