"Es ist eine superneutrale Sachlichkeit"

Feuilleton | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Der deutsche Künstler Thomas Ruff über Erfolg, die Lügen der Fotografie und die Wahrheit der Pornografie

Gespräch: Matthias Dusini

Er ist nicht so leicht auszudribbeln. Thomas Ruff hält wenig von vagen Interviewfragen. Sachlichkeit charakterisiert auch die Redekunst des deutschen Künstlers, der nach einer Ausstellung in Budapest und vor einer Schau in Freiburg in Breisgau derzeit in Wien ausstellt. Der durchaus vorhandene Humor geht in der Niederschrift von Ruffs trockenen Sätzen leider etwas verloren.

Falter: Für mich war Ihre Fotografie immer mit einer Vorstellung von BRD-Ästhetik verknüpft, mit Rasterfahndung und dem Braun-Design von Dieter Rams. Können Sie mit dieser Kategorisierung etwas anfangen?

Thomas Ruff: Mit Rasterfahndung erst mal nichts. Ich weiß auch nicht, in welche Richtung Sie denken: ob ich Rasterfahndung anwende oder geprägt bin von der Rasterfahndung?

Ich beziehe mich auf Ihre Porträts, die an die Fahndungsfotos der RAF erinnern.

Ruff: Ähm. Mit Rasterfahndung

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