Der Salat ist welk, dafür gibt's große Teller

Feuilleton | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Im Musiktheater bieten die Wiener Festwochen und Küchen-chef Stéphane Lissner wenig, dafür nährstoffarme Kost an

Kommentar: Andreas Dallinger

Die Wiener Festwochen werben mit Salat. Als frisches Grünzeug suggeriert er auf den Plakaten und Programmheften, es wäre knackig angerichtet. Soweit es das Musiktheater betrifft, offenbart der Salat freilich vor allem welke Seiten. Musikdirektor Stéphane Lissner servierte neben der Wiederaufnahme von Purcells "Dido and Aeneas" lediglich zwei neue Produktionen. Zunächst die im Jänner 2009 uraufgeführte "Yvonne, princesse de Bourgogne". Das gleichnamige Stück von Witold Gombrowicz erfährt durch Libretto, Vertonung und Regie eine entkeimte Bekömmlichkeitsbearbeitung. Philippe Boesmans' Musik ist ein kunstfertig gewebtes Klanggeflecht. Harmoniesüchtig und seelchenhaft begleitet sie die Titelfigur wie eine ängstlich-brave Schwester. Alle Unebenheiten, die durch Yvonnes radikal unangepasstes Verhalten entstehen, alle Ex- und Implosionen, die


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