Dem Bernhard nachgegangen

Feuilleton | aus FALTER 22/09 vom 27.05.2009

Kongeniale Thomas-Bernhard-Überschreibung: "Ausgehen" von Barbi Markovic

Feature: Sebastian Fasthuber

Wenn wir einen Gehenden genau beobachten, wissen wir auch, wie er denkt. Wenn wir einen Denkenden genau beobachten, wissen wir auch, wie er geht. Wir beobachten einen Gehenden längere Zeit auf das Genaueste und kommen nach und nach auf sein Denken, auf die Struktur seines Denkens, wie wir, wenn wir einen Menschen längere Zeit beobachten, wie er denkt, nach und nach darauf kommen, wie er geht."

Sätze, wie sie bislang nur einer zu drechseln vermochte. In der Erzählung "Gehen" schrieb Thomas Bernhard über den Zusammenhang zwischen körperlicher und geistiger Bewegung, exemplarisch abgehandelt an drei älteren Herren, die die Klosterneuburger Straße entlanggehen. Das geht so lang, bis einer beim Hosenkauf die Grenze zum Wahnsinn überschreitet und nach Steinhof gebracht wird: "Es ist ein einziger Augenblick, in welchem der Betroffene plötzlich verrückt ist."

Dass sich Bernhards Sprachkunst


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